KI als Co-Pilot: Mehr als nur Text – Das Handwerk der wissenschaftlichen Arbeit

Seitdem LLM-basierte KI-Tools verfügbar sind, führe ich mit Studierenden Schreibkurse durch – mit einem klaren Ziel: wissenschaftliche Arbeiten nicht nur zu schreiben, sondern wirklich zu durchdringen. Es geht nicht darum, Text zu generieren. Es geht darum, ein Werk zu erschaffen. Dafür muss man mehr beherrschen als nur Word.

Der Workflow: Vom Wissen der Welt zum fertigen Text

Die Infografik zeigt, was dazu (mindestens) nötig ist. Im Zentrum steht das Wissen der Welt – symbolisiert durch eine Weltkugel. Natürlich geht es darum, Quellen zu finden und Literatur zu erschließen. Auf der linken Seite sind die Werkzeuge dargestellt, mit denen ich Literatur sinnvoll kontrolliere. Am Ende steht dabei immer eine Literaturdatenbank. Ich arbeite mit JabRef – weit verbreitet, transparent, bewährt.

Aus diesem Repository müssen die richtigen Erkenntnisse herausgezogen werden. Auf der rechten Seite der Weltkugel befinden sich das Mikrofon für Diktat und verschiedene KI-Systeme. Denn das, was ich erarbeite, muss auch verarbeitet werden: Bilder generieren, Daten auswerten, Charts erstellen, Erkenntnisse gewinnen. Das produziert eine Menge Material – und genau damit lassen sich KI-Tools gewinnbringend einsetzen.

All diese Elemente müssen anschließend zusammengeführt werden. So entsteht ein Text, der zunächst gut strukturiert wirkt – aber oft noch besser strukturiert sein könnte. Genau dafür habe ich das Schreibhelferlein entwickelt: ein Werkzeug, das ich selbst trainiert habe, basierend auf meinem Buch über Dokumentgestaltung und gezielten Anpassungen an KI-Systeme. Es ist ein guter Lektor geworden. Für die Feinarbeit nutze ich außerdem Deep Write – das ist fast so, als hätte jemand mit frischen Augen noch einmal drübergelesen.

Am Ende stehen viele Elemente: Grafiken, Tabellen, Ergebnisse, Text. All das muss zu einem stimmigen Ganzen zusammenwachsen – wie beim Tangram: erst viele Einzelteile, am Ende ein geschlossenes Bild.

Dieses Werk landet typischerweise in Word. Man könnte LaTeX empfehlen – als Satzsystem ist es ohne Frage überlegen. Aber die Lernkurve ist steil, und das ist nicht der Kern des Kurses. Wie auch immer man es umsetzt: Es soll ein Werk entstehen, das trägt.

Was dabei immer zusammenfließt: das Wissen der Welt durch Literatur, die eigene Weiterentwicklung durch KI-Werkzeuge, und das handwerkliche Fundament – Dokumentkonstruktion, Typografie, Struktur.

Lernen direkt am Objekt

Wir theoretisieren nicht nur, wir machen. Der Kurs findet vollständig online via Discord statt – das schafft Flexibilität für alle Seiten und erzeugt ganz nebenbei eine Dokumentation im Chat, auf die ihr jederzeit zurückgreifen könnt.

Ich habe diesen Kurs mehrfach durchgeführt. Er läuft gut, und die Rückmeldungen sprechen für sich. Ich würde mich freuen, wenn ihr wieder dabei seid.

Lernt, wie ihr KI als echtes Werkzeug nutzt – ohne eure wissenschaftliche Integrität oder euren eigenen Stil zu verlieren.



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Version: 1.4 April 2025, Kontakt: E-Mail Martin Wölker
Pirmasens, Germany, 2018-, ausgelesen am: , Licence CC BY




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